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Archiv der Kategorie: Cartoons mit Anspruch

Oscar 2011: LET’S POLLUTE

USA 2010
Regie: Geefwee Boedoe

Ein bitterböser, zynischer Trickfilm, der im Stil der 50er-Jahre-Werbefilme die Umweltverschmutzung propagiert. Wurde für den diesjährigen Oscar nominiert, den er allerdings nicht erhielt.
Dem fröhlich-anpreisenden Tonfall des Erzählers werden entlarvende Bilder entgegengestellt, die zeigen, wohin das „fröhliche Verschmutzen“ letztlich führt.
Der Film ist französisch gesprochen, kann aber aufgrund der Bilder problemlos verstanden werden.

 

THE GOAT AND THE WELL

GB, 2011
Regie: Benjamin Cady

Trickfilm kann mit ganz einfachen Mitteln Wirkung erzeugen – das beweist Benjamin Cady mit seinem handgezeichneten Trickfilm The Goat and the Well: Keine Hintergründe, keine Begleitmusik, kein Dialog – nur Bild und Geräusche. Ein moderner Stummfilm, eine ländliche Sisyphos-Studie mit lakonischem Witz.

 
 

KRAVA NA MJESECU

(dt. Die Kuh und der Mond)
Jugoslawien 1959
Regie: Dusan Vukotic
Dauer: 10.31 min
Meine Bewertung: * * * *
Von Blogbesuchern gewählt als Trickfilm der Woche vom 20. April bis 27. April (zusammen mit A quoi ça sert l’amour)


Dušan Vukotić (1927 – 1998), oscardekorierter jugoslavischer Regisseur, Autor und Trickzeichner, war das wohl das bekannteste Mitglied der „Zagreber Schule“. Die Kuh und der Mond gehört zu den typischen Werken der Zagreb Film. Leute in meinem Alter werden beim Ansehen nostalgische Gefühle entdecken, denn in den Siebzigerjahren waren diese kleinen Filmjuwelen öfter im Fernsehprogramm zu sehen; am bekanntesten davon war die Serie um Professor Balthazar.

 

MUSICAL MOMENTS FROM CHOPIN

MUSICAL MINIATURES
Oscar-Nomination 1946
Walter Lantz, 1946
Regie: Dick Lundy

Meine Bewertung: * * * *

Walter Lantz produzierte eine ganze Reihe von musikalischen CartoonsCartoons, in welchen ein oder mehrere Musikstücke „die Hauptrolle“ spielen. Es gab die „Swing Symphonies“, die den Jazz in den Mittelpunkt stellten und die „Musical Moments“, in denen die Klassik die Hauptrolle spielte.
Einen solchen „Musical Moment“ haben wir hier, genaugenommen der zweite der Serie. Er gehört zu deren besten „Momenten“ und wurde für den Oscar nominiert (die Auszeichnung wurde allerdings einem anderen Cartoon mit klassischer Musik zugesprochen, Cat Concerto mit Tom & Jerry).
Andy Panda tritt hier als Pianist auf und spielt einige Stücke von Fréderic Chopin. Auftritt Woody Woodpecker, der mit einem Eimer Klavierpolitur und einem Lappen hereinkommt. Klar, was jetzt geschieht? Falsch! Aber seht selbst.
Was mich an diesem Cartoon überzeugt, ist einerseits die hervorragende Animation – man achte auf Andys Bewegungen beim Klavierspiel – und die perfekte bildnerische Umsetzung der Musik. Das von der Leiter purzelnde Huhn, der betrunkene Raucher – man wird sich die entsprechenden Chopin-Stücke nicht mehr anhören können, ohne diese Bilder vor Augen zu haben.
Eingespielt wurden die Chopin-Stücke von dem Pianisten-Duo Theodore Saidenberg / Edward Rebner.


 

Warner Brothers: HERR MEETS HARE

HERR MEETS HARE
MERRIE MELODIES
Warner Bros., 1945
Regie: Isadore Freleng

Bugs Bunny trifft Hermann Göring – ein deftiger Propaganda-Cartoon, in dem die bösen Nazis so richtig in die Pfanne gehauen werden. (Anti-Nazi-Cartoons waren in Amerika damals sehr verbreitet, praktisch jedes Studio leistete seinen Beitrag.)
Das Kauderwelsch-Deutsch, das hier gesprochen wird, ist eine eindeutige Reminiszenz an Charlie Chaplins Film Der grosse Diktator; es werden zum Teil genau dieselben Phrasen benützt, die der aufmerksame Filmfreund aus Hynkels Reden kennt.

 
 

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Fleischer Brothers: HA! HA! HA!

HA! HA! HA!
BETTY BOOP
Fleischer Studios, 1934
Regie: Dave Fleischer

Ein bemerkensweter Cartoon aus dem Fleischer-Studio!
Dave Fleischer hatte ein Händchen für komplett Ausgefallenes; zudem machte er einige erstaunliche Erfindungen und Experimente auf dem Animationssektor, bevor er nach dem Misserfolg seiner Langfilme Gullivers Reisen und Hoppity Goes to Town leider praktisch von der Trickfilmbildfläche verschwand.
Ha! Ha! Ha! wartet mit einer für die damalige Zeit erstaunlich wirkungsvollen Kombination von Real- und Trickfilm auf. Der Cartoon ist ein Remake des Fleischer-Stummfilms The Cure mit Koko, dem Clown, der hier ebenfalls auftritt.

 
 

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Merrie Melodies: HAMATEUR NIGHT

HAMATEUR NIGHT
MERRIE MELODIES
Warner Brothers, 1939
Regie: Tex Avery

Tex Avery, der vielen von seinen irrwitzigen MGM-Cartoons bekannt sein dürfte (Droopy & Co), hat mit der Cartoon-Regie bei Warner Brothers angefangen.
Der hier vorliegende Cartoon zeigt ihn noch von einer etwas langsameren Seite (im Vergleich zu seinen frenetischen MGM-Streifen); trotzdem strotzt Hamateur Night nur so vor Verrücktheiten. Der Cartoon ist eine Parodie der damals beliebten „Amateur Nights“, der Talentshows jener Zeit. Die Verballhornung zu Hamateur Night geschieht über das Slangwort „ham“, welches einen schlechten, chargierenden Schauspielstil bezeichnet.
Der nervige kleine Kerl, welcher den Ansager ständig unterbricht heist übrigens Egghead; aus ihm wurde später Elmer Fudd.

 
3 Kommentare

Verfasst von - 26. Februar 2011 in Cartoons mit Anspruch, Warner Brothers

 

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