RSS

Archiv der Kategorie: MGM

Oscar 1951: THE TWO MOUSEKETEERS

TOM & JERRY
MGM, 1951
Regie: William Hannah & Joe Barbera

Weil ich soeben aus Paris zurückgekehrt bin, kommt dieser in der Stadt der Liebe spielende Tom & Jerry-Cartoon thematisch gerade gelegen.
Würde er nicht in meine Serie Mit dem Oscar ausgezeichnete Animations-Kurzfilme der Jahre mit einer 1 hinten passen, käme er hier nicht zu Ehren: The Two Mouseketeers ist für mich ein Paradebeispiel für die Fehlbarkeit der Oscar-Jury – durchschnittlich, uninspiriert und mit einem fiesen Ende.

 

Es geht weiter….

Nach einer ewig langen Pause habe ich nun wieder etwas Zeit und Lust gefunden, um weiterzumachen. Mit etwas anderem Konzept allerdings.

Der Rhythmus wird anders – täglich einen Trickfilm einzustellen, das schaffe ich nicht. Ich begebe mich neu auf die Suche nach aussergewöhnlichen Trickfilmen und werde diese einstellen, sobald ich fündig geworden bin. Dabei lasse ich mich ganz nach meinem Geschmack leiten. Wem der entgegen kommt, der wird hier eine kleine Kurzfilm-Fundgrube finden.

Ich erlaube mir auch, ab und zu aussergewöhnliche Realkurzfilme zu präsentieren, wenn ich auf aussergewöhnliche solche stosse.

Beginnen möchte ich den Reigen mit einem Cartoon von Tex Avery, der hier bereits vorgestellt wurde. Hier kommt er nochmals in einer neuen Version.
Mein treuer Blogleser Jannik hat dafür eigens eine deutsche Fan-Synchro erstellt, die mir hervorragend gefällt. Der Text stammt von ihm und sämtliche Stimmen werden von ihm selbst gesprochen. Eine beachtliche Leistung – chapeau!
Viel Spass!

 
3 Kommentare

Verfasst von - 2. Oktober 2011 in MGM

 

HENPECKED HOBOES

GEORGE AND JUNIOR
MGM, 1946
Regie: Tex Avery
Dauer:
Meine Bewertung: * * * *

Tex Averys beiden Landstreicher George und Junior sind dem Charakter nach deutlich John Steinbecks George und Lennie aus dem Theaterstück Of Mice and Men (Von Mäusen und Menschen) nachempfunden. Der „erwachsene“, vernünftige heisst auch hier George, der zürückgebliebene wurde hier passend Junior genannt. Was sie in diesem ihrem ersten Cartoon (von fünf) erleben, hat mit Steinbeck wenig gemeinsam, ausser, dass sich die Geschichte auch auf einer Farm abspielt.

 
 

ONE MOTHER’S FAMILY

MGM, 1939
Regie: Rudolf Ising
Dauer: 8.34 min
Meine Bewertung: * * * *

Hugh Harman und Rudolf Ising waren die Cartoon-Regisseure bei MGM, bevor Tex Avery und Hanna-Barbera ihren wilden Stil dort etablierten. Averys laute Bekanntheit hat die stilleren Filme von Harman-Ising leider völlig an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt – unverdientermassen, wie ich meine.
Natürlich lassen sich beide Stile absolut nicht vergleichen, aber die Vorzüge der Harman-Ising-Produktionen sind gerade im vorliegenden Film augenfällig: Die Animation und die Effekte sind schlichtweg superb und lassen sich nur noch mit den zeigleich entstandenen Cartoons von Walt Disney vergleichen.
Auch wenn One Mother’s Family vom Inhalt her alles andere als spektakulär ist, die Machart hingegen ist es.
Harman und Isings Cartoons wurden nicht zuletzt wegen ihrer Kostspieligkeit eingestellt.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 19. April 2011 in Just Cartoons, MGM

 

WHO KILLED WHO?

MGM, 1943
Regie: Tex Avery
Dauer: 7.45 min
Meine Bewertung: * * *
Von Blogbesuchern gewählt als Trickfilm der Woche vom 13. April bis 20. April


Wieder mal ein „Tex Avery“. In diesem frühen MGM-Cartoon dreht Avery die damals populären Mystery-Krimis durch die Magel, indem er deren Konventionen und Manierismen aufgreift und sie ad absurdum führt. Genauso schön wie die sight gags ist der Wortwitz. Ein Beispiel: In einer Szene tritt ein Skelett (a skeleton) aus der Tür, gefolgt von einem weiteren Skelett, das allerdings rot ist. Das Ganze ist eine Anspielung auf den damals populären US-Komiker Red Skelton.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 12. April 2011 in Just Cartoons, MGM, Trickfilm der Woche

 

THE YEAR OF THE MOUSE

TOM & JERRY
MGM, 1965
Regie: Chuck Jones und Maurice Noble
Dauer: 6 min.
Meine Bewertung: * * *

…und da wird immer behauptet, Tex Avery hätte „schwarze“ – im Sinn von „schwarzhumorige“ – Cartoons gemacht! Dann schaut mal den hier (und andere Cartoons von Chuck Jones und Co-Autor Michael Maltese) an!
Zunächst mal: Ja, Chuck Jones hat Tom & Jerry-Cartoons gemacht, eine ganze Reihe davon. Nachdem William Hanna und Joe Barbera zu neuen Wegen aufgebrochen waren, übernahm Jones die beiden Figuren (nachdem Gene Deitch Anfang der Sechzigerjahre ein paar wirklich klägliche Versuche mit ihnen unternommen hatte). Nach meiner Ansicht übertreffen Jones‘ Tom & Jerry-Cartoons jene der „Gründerväter“ wesentlich.
The Year of the Mouse (dessen Titel ich mir nicht recht erklären kann) ist ein Remake oder eine Fortführung eines von Jones‘ Cartoons bei Warner Brothers: Jerry und eine weitere Maus versuchen, Tom (mit ziemlich drastischen Mitteln) in den Wahnsinn zu treiben, was letztlich misslingt. Morbid, böse und rabenschwarz – und doch moralisch, denn am Ende kriegen die Missetäter ihre Strafe.

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 2. April 2011 in Just Cartoons, MGM

 

TO SPRING

TO SPRING
HAPPY HARMONIES
MGM, 1936
Regie: William Hanna
Meine Bewertung: * * * * *

Passend zum Frühlingsanfang kommt hier das Regiedebut von William Hanna (Tom & Jerry), ein Cartoon aus Hugh Harman und Rudolf Isings Reihe Happy Harmonies, welche Walt Disneys Silly Symphonies zum Vorbild hatte.
Mit To Sping kamen Harman & Ising Disneys Vorbild verblüffed nahe, sowohl auf tricktechnischem Niveau als auch inhaltlich. Es verwundert nicht, dass Walt Disney, als es 1938 in seinem Studio einen Produktionsengpass gab, Harman und Ising bat, die Produktion einer seiner Silly Symphony-Cartoons zu übernehmen – was auch geschah: Merbabies ist der einzige Disney-Cartoon, der nicht von Disney selbst produziert und ausgeführt wurde.
Wer To Spring kennt, staunt nicht über Disneys Entscheidung. Zudem hatten Rudolf Ising und Hugh Harman in den Zwanzigerjahren mit Disney in dessen Studio zusammengearbeitet, man kannte sich also.
To Spring zeigt ein Frühlingeserwachen der besonderen Art. Unter der Erde erwachen die Wichtelmänner und beginnen mit ihrer harten Arbeit: Bunte Gesteine müssen abgebaut und eingeschmolzen und als Farbe nach oben gepumpt werden, damit die Erde wieder bunt wird.
Das alles geht zu einer äusserst eingängigen Musik rhythmisch wie ein Reigen vor sich.
Die Zeichnungen sind hervorragend und auch die Trickeffekte verblüffen und können es mit zeitgenössischen Disney-Cartoons mühelos aufnehmen. Ein visuelles Fest!
To Spring ist eine echte Entdeckung, ein vergessener Cartoon, der unbedingt mehr Beachtung verdient hat.
Und William Hanna hat wohl nie Besseres geleistet als hier (unnötig, zu erklären, dass ich Tom & Jerry nicht mag…)!