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DIE DREI VON DER TANKSTELLE

23 Feb

SERVICE WITH A GUILE
POPEYE THE SAILOR
Famous Studios 1946
Regie: Bill Tytla

Popeye wurde zuerst vom berühmten Fleischer-Studio produziert; 1939 wechselte die Figur ins Famous Studio, wo Isadore Sparber und Seymour Kneitel sich mit Erfolg um Popeye kümmerten. Den hier vorliegenden frühen Cartoon inszenierte jedoch Bill Tytla, ein hoch talentierter Animator aus dem Disney-Studio, der in Animationskreisen noch heute einen exzellenten Ruf geniesst für seine bahnbrechend kraftvollen Schöpfungungen des Stromboli aus Pinocchio (1938) und des Teufels im Segment Nacht auf dem kahlen Berg aus Fantasia (1940). Nach einem Streik im Disney-Studio wurde Bill Tytla von Walt Disney gefeuert und fand – wie Popeye – im Famous Studio eine vorübergehende Bleibe.
Service with A Guile glänzt durch seine masslos übertriebene Darstellung der gezeigten Katastrophen und Beinah-Katastrophen – und durch die kraftvolle Darstellung derselben.
Interessanterweise bedient er sich mit einigen Gags freizügig beim Disney-Klassiker Mickey’s Service Station

 
4 Kommentare

Verfasst von - 23. Februar 2011 in Famous Studios, Just Cartoons

 

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4 Antworten zu “DIE DREI VON DER TANKSTELLE

  1. Jannik

    23. Februar 2011 at 13:57

    Was ich an den Popeye-Cartoons immer wieder, wie auch bei „Service with Guile“ sehr gut finde, ist die extrem gelungene Darstellung von Olive. Sie ist schon irgendwie ein verrücktes Huhn, das auch, wie es sich für einen typischen Cartoon der 1940er Jahre gehört, sitzende Sprüche klopfen kann und für komische Gags sorgt. Ich interessiere mich wahrscheinlich nicht allzu stark für die Popeye-Filme, da man ihnen auch meist früh ansieht, dass sie nicht all zu aufwendig erstellt wurden. Das ist bei vielen Warner-Cartoon natürlich auch qualitativ kaum besser, jedoch, so finde ich, können sich diese mit lustigeren Zeichentrickhelden bedienen.

    Einige ältere Schwarz/Weiß-Cartoons mit Popeye als Figur der Fleischer Studios finde ich vielleicht besser als diesen Kurzfilm, der aber natürlich auch sehr amüsant ist, weil die zuerst genannten doch in ihrem Konzept kreativer sind. Ohne Frage war Billy Tytla einer der größten Animatoren in der Disney-Ära Ende der 1930er und Anfang der 1940er Jahre; er war der jenige, der Grumpy aus „Snow White and the Seven Dwarfs“ (1937), Stromboli aus „Pinocchio“ (1940), dramatische und mächtige Sequenzen in „Fantasia“ (1940) und Dumbo aus „Dumbo“ (1940) auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckte. Oben steht zwar, dass der talentiere Trickfilmzeichner nach dem Streik 1941 gefeuert wurde, jedoch dachte ich, er wäre noch bis 1942/1943 im Studio geblieben und hätte an „Saludos Amigos“, „Victory Through Air Power“, wie an seinen letzten Disney-Cartoons gearbeitet. Wie dem auch sei, sein hier vorgestelltes Regie-Projekt erinnert, wie oben auch schon zu Recht angemerkt, sehr an Ben Sharpsteens „Mickey’s Service Station“ (1935), der, obwohl er viel älter ist, doch besser erscheint.

     
    • gabelingeber

      23. Februar 2011 at 14:44

      Ah, danke für die Berichtigung meines Irrtums – da war ich zu unsorgfältig! Tytla wurde tatsächlich nicht von Disney gefeuert (in Gegensatz zu anderen Animatoren), er ging 1943 freiwillig.

      Ich finde, dass dieser Cartoon durchaus mit einem gewissen Aufwanderstellt wurde, zumindest an Sorgfalt, was die Animation und die Hintergründe betrifft. Die Bewegungsabläufe sind fliessend und die Hintergründe sind detailreich und schön ausgearbeitet. Und einige der Einfälle sind schlicht köstlich (etwa der „Hürdenlauf“ durch die vorher durchbrochenen Plakatwände).

       
      • Jannik

        23. Februar 2011 at 16:11

        Genau, ist ja aber nicht schlimm. Regisseur David Hand ist 1943 auch freiwillig gegangen, um sich selbstständig zu machen. Tytla hat 1941 am Streik auch nur aus Freundschaft zu dem Animator Art Babbit teilgenommen. Im Gegensatz zu Babbit hielt er sich auch bei Auseinandersetzungen mit Walt Disney zurück.

        „Mickey’s Service Station“ hat Tytla sicherlich sehr fasziniert und inspiriert; er selber war am Cartoon nicht beteilligt. Hab das gerade nachgeprüft und zufällig gesehen, dass „Service with a Guile“ erst 1946 erschien. Kann man ja vielleicht noch ändern.

         
        • gabelingeber

          23. Februar 2011 at 18:48

          Geändert, danke Dir.
          Grrr, ich muss besser aufpassen…!

           

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