Ein bitterböser, zynischer Trickfilm, der im Stil der 50er-Jahre-Werbefilme die Umweltverschmutzung propagiert. Wurde für den diesjährigen Oscar nominiert, den er allerdings nicht erhielt.
Dem fröhlich-anpreisenden Tonfall des Erzählers werden entlarvende Bilder entgegengestellt, die zeigen, wohin das “fröhliche Verschmutzen” letztlich führt.
Der Film ist französisch gesprochen, kann aber aufgrund der Bilder problemlos verstanden werden.
Trickfilm kann mit ganz einfachen Mitteln Wirkung erzeugen – das beweist Benjamin Cady mit seinem handgezeichneten Trickfilm The Goat and the Well: Keine Hintergründe, keine Begleitmusik, kein Dialog – nur Bild und Geräusche. Ein moderner Stummfilm, eine ländliche Sisyphos-Studie mit lakonischem Witz.
(dt. Die Kuh und der Mond)
Jugoslawien 1959
Regie: Dusan Vukotic
Dauer: 10.31 min
Meine Bewertung: * * * *
Von Blogbesuchern gewählt als Trickfilm der Woche vom 20. April bis 27. April (zusammen mit A quoi ça sert l’amour)
Dušan Vukotić (1927 – 1998), oscardekorierter jugoslavischer Regisseur, Autor und Trickzeichner, war das wohl das bekannteste Mitglied der “Zagreber Schule”. Die Kuh und der Mond gehört zu den typischen Werken der Zagreb Film. Leute in meinem Alter werden beim Ansehen nostalgische Gefühle entdecken, denn in den Siebzigerjahren waren diese kleinen Filmjuwelen öfter im Fernsehprogramm zu sehen; am bekanntesten davon war die Serie um Professor Balthazar.
MUSICAL MINIATURES
Oscar-Nomination 1946
Walter Lantz, 1946 Regie: Dick Lundy
Meine Bewertung: * * * *
Walter Lantz produzierte eine ganze Reihe von musikalischen Cartoons – Cartoons, in welchen ein oder mehrere Musikstücke “die Hauptrolle” spielen. Es gab die “Swing Symphonies”, die den Jazz in den Mittelpunkt stellten und die “Musical Moments”, in denen die Klassik die Hauptrolle spielte.
Einen solchen “Musical Moment” haben wir hier, genaugenommen der zweite der Serie. Er gehört zu deren besten “Momenten” und wurde für den Oscar nominiert (die Auszeichnung wurde allerdings einem anderen Cartoon mit klassischer Musik zugesprochen, Cat Concerto mit Tom & Jerry).
Andy Panda tritt hier als Pianist auf und spielt einige Stücke von Fréderic Chopin. Auftritt Woody Woodpecker, der mit einem Eimer Klavierpolitur und einem Lappen hereinkommt. Klar, was jetzt geschieht? Falsch! Aber seht selbst.
Was mich an diesem Cartoon überzeugt, ist einerseits die hervorragende Animation – man achte auf Andys Bewegungen beim Klavierspiel – und die perfekte bildnerische Umsetzung der Musik. Das von der Leiter purzelnde Huhn, der betrunkene Raucher – man wird sich die entsprechenden Chopin-Stücke nicht mehr anhören können, ohne diese Bilder vor Augen zu haben.
Eingespielt wurden die Chopin-Stücke von dem Pianisten-Duo Theodore Saidenberg / Edward Rebner.