TOM & JERRY
MGM, 1951
Regie: William Hannah & Joe Barbera
Weil ich soeben aus Paris zurückgekehrt bin, kommt dieser in der Stadt der Liebe spielende Tom & Jerry-Cartoon thematisch gerade gelegen.
Würde er nicht in meine Serie Mit dem Oscar ausgezeichnete Animations-Kurzfilme der Jahre mit einer 1hinten passen, käme er hier nicht zu Ehren: The Two Mouseketeers ist für mich ein Paradebeispiel für die Fehlbarkeit der Oscar-Jury – durchschnittlich, uninspiriert und mit einem fiesen Ende.
Nach einer ewig langen Pause habe ich nun wieder etwas Zeit und Lust gefunden, um weiterzumachen. Mit etwas anderem Konzept allerdings.
Der Rhythmus wird anders – täglich einen Trickfilm einzustellen, das schaffe ich nicht. Ich begebe mich neu auf die Suche nach aussergewöhnlichen Trickfilmen und werde diese einstellen, sobald ich fündig geworden bin. Dabei lasse ich mich ganz nach meinem Geschmack leiten. Wem der entgegen kommt, der wird hier eine kleine Kurzfilm-Fundgrube finden.
Ich erlaube mir auch, ab und zu aussergewöhnliche Realkurzfilme zu präsentieren, wenn ich auf aussergewöhnliche solche stosse.
Beginnen möchte ich den Reigen mit einem Cartoon von Tex Avery, der hier bereits vorgestellt wurde. Hier kommt er nochmals in einer neuen Version.
Mein treuer Blogleser Jannik hat dafür eigens eine deutsche Fan-Synchro erstellt, die mir hervorragend gefällt. Der Text stammt von ihm und sämtliche Stimmen werden von ihm selbst gesprochen. Eine beachtliche Leistung – chapeau!
Viel Spass!
GEORGE AND JUNIOR
MGM, 1946
Regie: Tex Avery
Dauer:
Meine Bewertung:* * * *
Tex Averys beiden Landstreicher George und Junior sind dem Charakter nach deutlich John Steinbecks George und Lennie aus dem Theaterstück Of Mice and Men (Von Mäusen und Menschen) nachempfunden. Der “erwachsene”, vernünftige heisst auch hier George, der zürückgebliebene wurde hier passend Junior genannt. Was sie in diesem ihrem ersten Cartoon (von fünf) erleben, hat mit Steinbeck wenig gemeinsam, ausser, dass sich die Geschichte auch auf einer Farm abspielt.
MGM, 1939
Regie: Rudolf Ising
Dauer: 8.34 min
Meine Bewertung: * * * *
Hugh Harman und Rudolf Ising waren die Cartoon-Regisseure bei MGM, bevor Tex Avery und Hanna-Barbera ihren wilden Stil dort etablierten. Averys laute Bekanntheit hat die stilleren Filme von Harman-Ising leider völlig an den Rand der öffentlichen Wahrnehmung gedrängt – unverdientermassen, wie ich meine.
Natürlich lassen sich beide Stile absolut nicht vergleichen, aber die Vorzüge der Harman-Ising-Produktionen sind gerade im vorliegenden Film augenfällig: Die Animation und die Effekte sind schlichtweg superb und lassen sich nur noch mit den zeigleich entstandenen Cartoons von Walt Disney vergleichen.
Auch wenn One Mother’s Family vom Inhalt her alles andere als spektakulär ist, die Machart hingegen ist es.
Harman und Isings Cartoons wurden nicht zuletzt wegen ihrer Kostspieligkeit eingestellt.